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Fest der Lebendigen Archäologie 2012

Nachbarn, Feinde, Freunde: Kaum verebbt der Nachklang der Bronzezeittage Anfang Juni, gab es Ende Juli schon das nächste Highlight mit einer Flut von Eindrücken, Bildern, Erlebnissen, Gesprächen, Anregungen, Aufregungen und und…

Über 20 eingeladene Akteurinnen und Akteure waren diesmal dabei und stellten Sachsen, Franken und  Friesen in einem bunten und lauten, sehr lebendigen Bild dar, in dem die Besucher nach Belieben herumwandeln und erfahren konnten, was für Eigenheiten und Gemeinsamkeiten diese Völker vor über 1000 Jahren so hatten.

Da waren also 5 Leute von der Gruppe Aurea aetas aus Aschaffenburg als Franken, unsere studentische Praktikantin vom letzten Jahr aus München nebst Freund, 3 Leute von der Gruppe Foederati fabricae (www.foederati.eu) aus Chemnitz, 5 Leute vom Netzwerk Archae aus Bremen, Hannover, Oldenburg, Colnrade und Soest (alle als Sachsen), 2 Freunde aus Göttingen (als Nordleute), 3 Leute von der Gruppe Scotelingo (www.scotelingo.de) (auch als Sachsen), ein Freund aus Drenthe/NL (als fränkisch-sächsischer Missionar) und ein Freund aus Kassel (als einziger Friese). Außerdem wuselten da noch etliche Leute aus der Bronzezeit herum, die sich irgendwie ins erste Jahrtausend n. Chr. verirrt hatten… Auf dem Gruppenbild haben wir die aber aussortiert.

Gruppenbild

Fast alle sind auf diesem Gruppenbild zu sehen – außer dem Missionar Thiebald, dem der Boden am Ende wohl doch etwas zu heiß unter den Füßen wurde… (Foto: Michael Wesemann)


Hannes

Auch nicht auf dem Gruppenbild: unsere wachsende Viehherde. Dafür wurden Emma und Hannes über das Gelände geführt. Besonders Hannes war als streichelbares Exponat beliebt. (Foto: Michael Wesemann)


Hsnnes mit Emma

Emma und Hannes defilieren (fast) freiwillig am Speicher vorbei. (Foto: M. Wesemann)


Hannes: auch ein Frauenschwarm

Hannes lässt sich sogar anfassen. Wer darf heute noch ein Kälbchen streicheln? (Foto: Scotelingo)


Moruk

Später am Abend wurde er getauft: unser zweites Bullenkalb heißt nun Moruk, genannt nach der Hauptperson eines schönen Kinder- und Jugendbuchs von Anne Sulies, das in der Bronzezeit spielt (Moruks Abenteuer, www.ur-geschichten.de). (Foto: Scotelingo)


Brot ist fertig

Die letzte große Backaktion der Saison. Der Backofen ist nach 7 Jahren und geschätzten 1000 darin gebackenen Broten am Ende (er soll im September neu gebaut werden). (Foto: D. van’t Hull)

 

07 Backen02 M 08 Backen03 M

Aber unser Event-Bäcker Jürgen schafft es trotz des maroden Ofens immer noch, wunderbare Brote zu machen. Diesmal – entsprechend der Zeit – Dinkelbrote. (Foto: M. Wesemann)


Saskia, eine der Küchenfeen

Außerdem natürlich noch: Kräuter, Beeren, Gemüse, Quark, Butter, Fisch, Most, Met… (Foto: Scotelingo)


Franken

Nun zu unseren Nachbarn, den Franken, die interessanterweise ein Sachsenzelt dabei hatten… Der Strohhut ist übrigens gar nicht mal falsch. Den gibt’s schon seit der Jungsteinzeit, und gerade fränkische und sächsische Bauern hatten den auf, damit bei der Feldarbeit die Platte nicht verbrennt... (Foto: M. Wesemann)


Frankenfrau

Ansonsten klar unterscheidbar von den anderen: Tracht und Keramik der Franken. (Foto: M. Wesemann)


Ruhige Franken.

Sie sehen ganz gemütlich aus, heute selbst aus sächsischer Sicht… Doch Freunde. (Foto: M. Wesemann)


Ruhige Franken?

…Oder? Furor franciae? (Foto: Scotelingo)


Friesenhändler

Der Friese dagegen ist freundlich zu der kleinen Sächsin… (Foto D. van’t Hull)


Geschäftstüchtiger Friese

…will er doch schließlich ihrem Papa was verkaufen! (Foto: M. Wesemann)


Rote Wolle

Was für ein Rot: mit Krapp (Färbermeister) gefärbte Wolle. Die Farbe Rot galt als pracht- und machtvoll… (Foto: M. Wesemann)


Foederatio

…kleidet also sehr… (Foto: M. Wesemann)


Sprang

…und ist entsprechend beliebt. Nur der sächsische Sklave durfte ob seines niedrigen Standes so etwas nicht tragen. (Foto: M. Wesemann)


Spranger

Die so rot umlagerte Sächsin übrigens webt nicht. (Foto: M. Wesemann)


spränger

Sie sprangt. Das Verb gibt’s komischerweise nicht; also: sie macht Sprang. Das ist kein Gewebe, sondern ein Geflecht und als Technik schon seit der Mittelsteinzeit bekannt. Hier entsteht ein Haarnetz. (Foto: M. Wesemann)


Sprangerer

Irgendwie beruhigt diese Tätigkeit, und der Platz unter den Bäumen ist nicht schlecht gewählt. Da kann man sich sogar ohne Rückenlehne anlehnen. (Foto: Scotelingo)


Missionar

Der fränkische Missionar versucht bei den Frauen, ein offenes Ohr für seine Rede zu finden. Ob sie ihn ernst nehmen, ist aus diesem Bild nicht eindeutig zu entnehmen. (Foto: Scotelingo)


Familie Förderati

Alle ungetauft und heidnisch, aber eine glückliche Familie trotzdem: Unser Föderat nebst Gattin und Tochter. (Foto: M. Wesemann)


Tochter Klara

Wer ist süßer – diese? (Foto: M. Wesemann)


Mama Föderat

Oder diese? (Foto: M. Wesemann)


Papa Föderat bei der Arbeit

Der Föderat hat sich nach seiner Rückkehr aus dem Dienst für Rom auf ein Handwerk geworfen, das wirklich goldenen, bronzenen und silbernen Boden hat: Er macht Fibeln und prägt Münzen. Nun wissen wir auch, warum seine Frau sich rote Kleidung leisten kann. (Foto: Scotelingo)

 

Webstuhl der Sachsen Sachsenzelt mit Webstuhl

Bei den Sachsen aus dem Scotelingo, d. i. das Schüsselchengau in der Gegend von Hildesheim, ist anschaulich zu sehen, wie sich die Webtechnik seit der Bronzezeit verbessert hat: Gab es bis dahin nur die einfache Leinwandbindung, existiert seit der Eisenzeit und erst recht in der Völkerwanderungszeit und im Frühmittelalter eine  Vielfalt von komplizierteren Bindungen, wie verschiedene Köper. Die werden zwar bis zum Hochmittelalter immer noch auf dem Gewichtswebstuhl produziert, der aber nun mehr als nur einen Litzenstab hat (das sind die im Bild erkennbaren Querstäbe auf dem Webstuhl), also mehrschäftig ist. Kompliziert? Stimmt. Da ist es gut, dass die Scotelin-Gauer so einen Webstuhl mitgebracht haben, damit man sich die Sache genau ansehen kann. (Fotos: M. Wesemann)


Drehmühle

Und gleich noch eine Neuerung haben sie mit: die gute alte Schiebemühle hat seit der Römischen Kaiserzeit ausgedient und ist durch die viel effektivere Drehmühle abgelöst worden. Die kleine Reisemühle im Bild hat die mindestens dreifache Leistung gegenüber den wenige Meter zur Bronzezeit hin liegenden Schiebemühlen. Für die Besucher eine interessante Erfahrung, den Unterschied selbst zu spüren. (Foto: M. Wesemann)

 

Scotelingo Belagerung bei den Sachsen

Die Zelte der Sachsen aus dem Scotelingo sind dementsprechend gut besucht… (Fotos: Scotelingo und M. Wesemann)


Publikum auf dem Gelände

… und überhaupt waren wir mit Zahl und Wesen der Besucherinnen und Besucher überaus zufrieden! (Foto: Scotelingo)

 

Feier am Abend Ende

Wir hatten Grund zum Feiern, denn das Fest der Lebendigen Archäologie 2012 war wieder einmal wunderschön. Dank an alle, die dabei waren, besonders an das sehr interessierte und nette Publikum! (Foto: Scotelingo)